Förderungen
Für diese Zwecke setzen wir uns ein:
- Forschungsvorhaben zu Themen der ökologischen Landwirtschaft
- Kulturprojekte mit Bezug zur ökologischen Landwirtschaft
- Maßnahmen zum Denkmalschutz und der Denkmalpflege auf landwirtschaftlichen Höfen
- Naturschutzmaßnahmen und Landschaftspflege im Zusammenhang mit ökologischer Landwirtschaft
Bildung
Förderung der Landbauschule
Zukunft säen — Ausbildung fördern, Ökolandbau stärken
Aufmerksame Leser*innen des Jahresberichts kennen das Projekt bereits, für alle Neulinge und der Vollständigkeit halber sei es aber noch einmal erwähnt: Laut Bio-Strategie 2030 des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung sollen bis zum Ende des Jahrzehnts 30 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen im Land ökologisch bewirtschaftet werden, etwa drei Mal so viel wie derzeit. Was bedeutet, dass viel in die Ausbildung des Nachwuchses investiert werden muss. Auch 2024 hat die BioHöfe Stiftung deshalb die Freie Landbauschule Bodensee unterstützt. Eine wichtige, eine notwendige Förderung.
So gehen Kultur und Landwirtschaft zusammen
Die Junge Waldorf Philharmonie begeistert seit über 20 Jahren Menschen in ganz Deutschland. Die BioHöfe Stiftung konnte sie nun mit einer Spende für gesundes Bio-Essen unterstützen — damit jeder Ton sitzt.
Manchmal beginnt auch das Sinnliche und Schöne mit einer fixen Idee. Sebastian Brüning, im Jahr 2004 Schüler an der Freien Waldorfschule Gutenhalde südlich von Stuttgart, wollte damals junge Musiker*innen aus Baden-Württemberg und Bayern zusammentrommeln, um gemeinsam anspruchsvolle Orchesterwerke auf hohem musikalischen Niveau zu erarbeiten — und aufzuführen. Mehr als 20 Jahre später ist die Junge Waldorf Philharmonie aus dem sommerlichen Kulturbetrieb vieler Städte nicht mehr wegzudenken.
Seit einigen Jahren proben die Schüler*innen und Studierenden aus ganz Deutschland in Gutenhalde, ehe sie mit ihren eingeübten Werken durchs Land ziehen. Das Highlight bildet jedes Jahr das Abschlusskonzert in der Liederhalle in Stuttgart. Das Besondere an diesem Projekt (außer der Musik): Alles wird von den jungen Menschen in Eigenregie und ehrenamtlich organisiert, es geht hier neben der Musik um Gemeinschaft und Freundschaft — bisher haben 1.400 Schüler*innen und Studierende an den jährlich wiederkehrenden Projekten teilgenommen, 60.000 Menschen besuchten ihre Konzerte.
All das kostet natürlich, weshalb das Orchester und die fleißigen Hände auf Spenden angewiesen sind. Damit die jungen Musiker*innen auch 2024 drei vollwertige vegetarische und vegane Bio-Mahlzeiten pro Tag erhalten konnten, hatte sich das Orga-Team an die BioHöfe Stiftung gewandt, die dem Ansinnen gerne Rechnung trug — schließlich fördert sie auch Kulturprojekte.
Ausbildung als Teil der Bio-Strategie
Bis 2030 sollen 30 Prozent der Flächen ökologisch bewirtschaftet werden. Wir leisten unseren Beitrag.
Veränderungen bedürfen meistens eines guten Plans — und der Mithilfe vieler Akteure. Auch unserer. Die Bio-Strategie 2030 des Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung von Ende 2023 sieht vor, dass bis zum Ende des Jahrzehnts 30 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen ökologisch bewirtschaftet werden — eine Verdreifachung des Status quo. Für uns heißt das: Unser Engagement im Bereich der Ausbildung etwa durch die Förderung der Freien Landbauschule Bodensee bleibt bestehen, wohl wissend, dass weitere Aktivitäten und strukturelle Anpassungen vonnöten sind.
Neue Meister braucht das Land
Landwirtschaft braucht fähige Menschen und viel Wissen. Grundlagenarbeit dafür liefert ein Kurs der Freien Landbauschule Bodensee, den auch unsere Stiftung fördert. Im vergangenen Jahr wurde dort ein berufsbegleitender dreijähriger Meisterkurs für biologisch-dynamisch arbeitende Landwirt*innen und Gärtner*innen konzipiert, der im Januar 2023 erstmals gestartet ist. Im Fokus steht die Vorbereitung auf Leitungsaufgaben in den entsprechenden Betrieben inklusive der staatlichen Meisterprüfung. Und da schließlich nicht alle Interessierten auf einem Hof arbeiten, vergibt die BioBoden Genossenschaft ein Stipendium, um eine Teilnahme trotzdem zu ermöglichen: Für die Zeit der Meisterausbildung kann man sich auf dem BioBoden Partnerhof Höfegemeinschaft Pommern anstellen lassen und dort mitarbeiten. Zusätzlich zum Gehalt übernimmt die Genossenschaft die Teilnahmegebühr für den Meisterkurs und die Reisekosten zu den Lehrgängen. Auch 2024 hat die BioHöfe Stiftung deshalb die Freie Landbauschule Bodensee unterstützt.
Kitale, Kenia
Im Westen Kenias, unweit des Ortes Kitale, liegt das Dorf Sirende. Seit 2008 gibt es dort eine kleine Landschule mit dem Namen The Humane School. Dort werden Kinder vom Kindergarten bis zur achten Klasse unterrichtet. Die Eltern der Schülerinnen und Schüler bestreiten ihren Lebensunterhalt meist als Landarbeiter*innen und sind auf den großen Plantagen in dieser landwirtschaftlich sehr fruchtbaren Gegend tätig. Doch der Verdienst ist häufig sehr knapp, sodass sie nicht über die Mittel verfügen, ihre Kinder in die weit entfernten Schulen zu schicken. Die Humane School bietet neben einer Schulbildung für die Kinder der Region auch ein Frühstück für alle Schüler*innen, damit der Schultag nicht mit leerem Magen begonnen werden muss.
Weltacker in Rothenklempenow
Die 2.000 m² große Weltackerfläche in Rothenklempenow bei der Höfegemeinschaft Pommern lädt seit 2017 Menschen aus der Region und ganz Deutschland dazu ein, sich mit der Frage einer zukunftsfähigen Ernährung auseinanderzusetzen. Der Weltacker war auch die Initialzündung eines Zentrums für Bildung für nachhaltige Entwicklung, das von der UN University akkreditiert wurde. So können neben einer Ausstellung zu verschiedenen Kulturpflanzen Menschen jeden Alters in Workshops und Veranstaltungen eine Verbindung zu ihren Lebensmitteln und der Landwirtschaft, die dies erzeugt, aufbauen.
Schulgarten Sansibar
Wie in den Jahren zuvor hat die Stiftung wieder ein Projekt des Vereins „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners“ unterstützt. Die sieben Jahre alte Rudolf Steiner School in Kidichi auf der Insel Sansibar im Osten Afrikas beherbergt 72 Schüler*innen in fünf Klassen — und einen Schulgarten, der biologisch-dynamisch teils von den Kindern selbst beackert wird. Gemeinsam mit dem Verein hat die Stiftung über den Ausbau des Gartens dafür gesorgt, dass die oft aus ärmlichen Verhältnissen kommenden Kinder ein Frühstück, einen Pausensnack, ein Mittagessen und Obst für den Nachhauseweg bekommen.
Schulgarten in Haiti
Die BioHöfe Stiftung hat 2019 durch eine Spende das Schulgartenprojekt der École du Village auf Haiti unterstützt. Die Waldorfschule wurde durch den Hurrikan im Oktober 2016 zum Teil zerstört. „Die Kinder, die in unsere Schule kommen, leben in sehr schwierigen Situationen“, erklärt Schulgründerin Myriam Silien, „es fehlt ihnen an allem oder fast allem, vor allem an Nahrung, ohne die die Seele keinen irdischen Lebensraum hat.“ Die Eltern der Kinder können praktisch keine Beiträge bezahlen. Stattdessen werden sie um ehrenamtliche Hilfe gebeten, zum Beispiel beim Kochen. Für eine gesunde Ernährung fehlt ihnen das nötige Geld für Obst und Gemüse — doch aus dem Schulgarten kann ein Teil des Bedarfs gedeckt werden.
Kontaktforum Hofübergabe
Die Stiftung Ökologie & Landbau richtet das Kontaktforum aus. Hier werden Junglandwirte auf der Suche nach einem Betrieb und Landwirte auf der Nachfolgersuche zusammengebracht. Der Generationenwechsel zählt aktuell zu den zentralen Herausforderungen der Landwirtschaft. Ein Drittel der aktiven Landwirte erreichen in den kommenden zehn Jahren das Rentenalter. Um die Höfe für die ökologische Landwirtschaft zu erhalten, muss dem Prozess der Übergabe Raum und Hilfestellung gegeben werden. Dies ist die Aufgabe des Forums Hofübergabe.
Projekt Schulgarten
Gärtnern und Schatten unter Bäumen
Das Projekt der Freunde der Erziehungskunst an der Waldorfschule in Mbagathi in Kenia sorgt nicht nur für einen Bezug der Kinder zu Ihren Lebensmitteln, sondern ermöglicht allen Schulkindern in der Schulküche täglich eine Mahlzeit. In einer Region, in der viele Menschen nur knapp genug Geld für Essen und Miete verdienen, trägt die Landwirtschaft im doppelten Sinn einen wichtigen Teil zur Bildung junger Menschen bei.
Umweltschutz
Moorschutz für ein besseres Klima
Mit der Förderung von zwei Wiedervernässungsprojekten in Rothenklempenow und Gorkow engagiert sich auch die BioHöfe Stiftung im Kampf gegen den Klimawandel
Dass Moorböden ein bedeutender Faktor auf dem Weg zur Klimaneutralität sind, dürfte hinlänglich bekannt sein. Schließlich sprechen die Fakten für sich: Obwohl sie mit 1,8 Millionen Hektar nur fünf Prozent der Gesamtfläche Deutschlands ausmachen, sind sie laut Bundesumweltministerium für ein Drittel der Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft verantwortlich — und damit für 7,5 Prozent der gesamten Emissionen. Der Grund: 95 Prozent der Flächen wurden bis in die 1970er Jahren entwässert und werden seitdem als Grün- und Ackerland, aber auch als Waldboden genutzt. Eine große Fläche, aus der sukzessive Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangt.
Höchste Zeit also, das zu ändern. Auch die BioHöfe Stiftung hat sich deshalb dieser Aufgabe verschrieben und nun dafür gesorgt, dass zwei Projekte in Mecklenburg-Vorpommern realisiert werden können. Die Landesgesellschaft Rothenklempenow, Sitz der BioBoden Genossenschaft, plant etwa die ökologische Aufwertung eines 1,8 Hektar großen Feuchtgebiets: Gräben sollen erweitert werden, so dass Regen besser versickern kann, um den Wasserstand im benachbarten Biotop zu optimieren. Beim zweiten Projekt nahe Gorkow, weiter südlich, soll auf bis zu acht Hektar ein höherer Grundwasserspiegel dafür sorgen, dass sich die Torfzersetzung und damit das Freisetzen von Kohlendioxid verringert.
Die BioHöfe Stiftung hat die Projekte im vergangenen Jahr gefördert — ermöglicht durch eine Spende der GLS Bank. Eine weitere Förderung kam von der Stiftung Marianne Sommer Treuhand Stiftung (als Treuhandstiftung von der BioHöfe Stiftung verwaltet).
Eine starke Allianz für den neuen Klimawald
BioHöfe Stiftung, BioBoden Genossenschaft und GLS Bank legen in Brandenburg die Grundlage für klimaresiliente Mischwälder: Neben der Eiche wachsen nicht heimische Arten — und mit ihnen die Hoffnung.
Umgestürzte Bäume, kahle Flächen, vermehrter Käferbefall: Der Klimawandel hat in den vergangenen Jahren tiefe Wunden auch in unsere Wälder geschlagen. Bedenklich ist, dass die zunehmend langen und intensiven Trockenperioden bis hin zu Dürren selbst den an diese neuen klimatischen Bedingungen gewöhnten Baumarten zu schaffen machen. Mit anderen Worten: Es ist Zeit zu handeln.
Seit dem Jahr 2023 entsteht deshalb mithilfe der BioHöfe Stiftung, der BioBoden Genossenschaft und der GLS Bank ein Wald des Wandels, der sogenannte „Klimawald“. Im Landkreis Havelland westlich von Berlin wird auf einer ein Hektar großen Fläche Neues gewagt: Dort werden auf einer durch die BioBoden Genossenschaft gesicherten Fläche klimaresiliente, teils nicht heimische Bäume gepflanzt, um ihren Wuchs und ihre Widerstandskraft zu untersuchen. Neben der heimischen Eiche, der Winterlinde und der Hainbuche sollen dort auch Arten wie Esskastanie, Kirsche, Baumhasel, Elsbeere und Hickory eine neue Heimat finden.
Projektstart war im Winter 2023/24, als die Flächen für den Feldversuch vorbereitet und die ersten Bäume gepflanzt wurden. Laut Experten sind die Standortverhältnisse (mäßige Nährstoffversorgung bei schwacher Grundwasserfrische) für einen klimaresilienten, stabilen Mischwald prädestiniert, vor allem für die Eiche — allerdings nur in Mischung mit den anderen Baumarten, so die These. Denn: In jüngster Vergangenheit wurde beobachtet, dass die Extremwetterereignisse auch der ansonsten sehr robusten Eiche massiv zugesetzt haben. Die Folgen: weniger Blätter und geringere Feinverzweigung, was sie wiederum für die Besiedelung von Eichenpracht- und Bockkäfer anfällig macht. Diese Effekte sollen mit den neuen „Nachbarn“ verringert werden. Der Versuch wird wissenschaftlich begleitet, um einen nachhaltigen Erkenntnisgewinn zu ermöglichen.
Die Akteure sind zuversichtlich, dass sie schon in kurzer Zeit erste Ergebnisse zum Wuchsverhalten der noch nicht standhortheimischen Baumarten liefern können und darüber, wie sich die „Neuen“ gegen Risiken wie Käferbefall oder Dürre bewähren. Möglich wurde das Projekt der BioHöfe Stiftung maßgeblich durch eine Förderung der GLS Investment Management GmbH der Bochumer GLS Bank. Diese setzte Erlöse auch gezielt für Projekte zum Klimaschutz ein. Sie fördert das Projekt mit 18.000 Euro — wofür wir uns sehr bedanken.
Nothilfe für die Ukraine
Einen Monat nach Kriegsbeginn in der Ukraine Ende Februar 2022 hat die Zukunftsstiftung Landwirtschaft des GLS Treuhand e. V. in Kooperation mit der Deutsch-Ukrainischen Kooperation Ökolandbau zu Spenden für Biobetriebe in dem osteuropäischen Land aufgerufen — und die Stiftung hat natürlich auch einen Beitrag geleistet. Bisher konnten so insgesamt rund 600.000 Euro für 170 ukrainische Höfe eingesammelt werden, damit diese ihre Arbeit fortsetzen können: Es wurde etwa Material beschafft, um Milch oder Getreide vor Ort zu Käse und Mehl verarbeiten zu können, weil die Logistik zusammengebrochen war, andere Betriebe kauften von den Spenden Saatgut, Diesel oder Ersatzteile, einige haben Wohnungen für Geflüchtete vor allem aus dem Osten des Landes hergerichtet.
Mehr über die Situation der Biobetriebe in der Ukraine seit Kriegsausbruch finden Sie zum Beispiel in einem kleinen Film auf YouTube, in dem auch geförderte Höfe gezeigt werden. Und die Hilfe läuft natürlich heute noch weiter. Spenden unter:
Zukunftsstiftung Landwirtschaft
IBAN: DE50 4306 0967 0030 0054 13
BIC: GENODEM1GLS
Stichwort: Ukraine
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Pflanzung alter Obstsorten
Die Landwirte auf dem Bärenbrunnerhof haben 2018 ein Umweltschutz - und Landschaftspflegeprojekt umgesetzt. Es wurden nach einem naturschutzfachlichen Konzept zur Stärkung des Bärenbrunnertals in Rheinland-Pfalz Obstbäume alter Sorten angepflanzt. Der Bärenbrunnerhof ist seit 2017 die erste Schenkung an die Biohöfe Stiftung.
Forschung
Abschluss eines Forschungsprojekts
Nicht jede Spur führt zum Ziel — aber jede zur Erkenntnis
Forschung ist dazu da, auf der Grundlage gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse voranzuschreiten. Weshalb man am Anfang nie weiß, was am Ende herauskommt — Erfolg oder Fehlschlag. Wobei selbst ein Misserfolg den Forschenden weiterhilft, denn jede fundiert überprüfte Theorie ist ein Erkenntnisgewinn.
So erging es auch uns: Die BioHöfe Stiftung hat das hoffnungsvolle Projekt zur Assimilatesteigerung im vergangenen Jahr das letzte Mal gefördert. Seit 2021 hatte sie mit weiteren Partnern in einem Forschungsvorhaben untersuchen lassen, ob Blattdüngung zu einer höheren Bodenfruchtbarkeit führt. Während der verschiedenen Phasen gab es einige Hochs und Tiefs, Hoffnung wich aber nun der Ernüchterung. Letztlich mussten alle Beteiligten anerkennen, dass der Ansatz nicht zu den gewünschten Ergebnissen führte. „Wir sind aber froh“, so Vorstand Nikolai Fuchs, „dass wir einen Beitrag zur Forschung an unserer ökologischen Zukunft leisten konnten.“ In der Versuchsreihe zeigte sich, abseits der eigentlichen Forschungsfrage, ein positiver Effekt der Tiefenlockerung des Bodens. Dieses Ergebnis nehmen wir als Erkenntnis mit.
Auf dem Weg zur regenerativen Landwirtschaft
Unser Forschungsvorhaben zur Wirkung von Blattdüngung zeigt positive Ergebnisse. Projektleiterin Prof. Finckh: „Wir sind sehr zufrieden.“
Das Durchhalten hat sich gelohnt. Im Jahr 2021 haben wir gemeinsam mit weiteren Partnern in einem Forschungsvorhaben damit begonnen zu untersuchen, ob Blattdüngung zu einer höheren Bodenfruchtbarkeit beitragen kann. Nachdem die Versuche 2022 aufgrund der hohen Trockenheit zunächst zu keinen entsprechenden Ergebnissen geführt hatten, wurde die Hartnäckigkeit des Forschungsteams 2023 nun belohnt: Die Analysen der Topfversuche zeigten, dass die Anwendung bei einigen Nutzpflanzen zu einer deutlichen Steigerung des Kohlenstoffs führte, der aus der Wurzel gelöst werden konnte. Das ist ein toller Fortschritt!
„Insgesamt sind wir sehr zufrieden und zuversichtlich, dass die Gesamtergebnisse einen Beitrag leisten werden, der Landwirtschaft an dieser Stelle eine Orientierung auf dem Weg zu einer regenerativen Landwirtschaft geben zu können“, so Projektleiterin Prof. Dr. Maria Finckh von der Universität Kassel in einem ersten Fazit. Die Feldversuche laufen. Wir wünschen viel Erfolg.
Neue Studie ermöglicht
Die Frage, wie Verantwortung und Eigentum zusammen gedacht werden können, ist ein wichtiger Kern unserer Arbeit. Die HB Stiftung Berneburg gGmbH und das Netzwerk Landwirtschaft ist Gemeingut haben im vergangenen Jahr eine Hamburger Kanzlei beauftragt, die rechtlichen Aspekte von „Landwirtschaft in Gemeinschaft“ seit den 1960er-Jahren zu untersuchen. Am Ende soll ein Leitfaden Interessent*innen und Berater*innen eine juristische Orientierung bieten, was bei einer Hofübergabe an eine „Landwirtschaft in Gemeinschaft“ zu beachten ist, welche Probleme auftauchen können — und wie Lösungen aussehen. Die Studie wird maßgeblich von der dm-Werner-Stiftung und auch von der BioHöfe Stiftung gefördert.
Neue Wege für den Humusaufbau
Die BioHöfe Stiftung engagiert sich gemeinsam mit der BioBoden Genossenschaft, um neue Ansätze für den Humusaufbau in der Landwirtschaft zu finden.
Unser höchstes Gut löst sich zunehmend auf: der Humus. Klimabedingter Starkregen schwemmt ihn weg, in Dürregebieten wird er vom Wind fortgetragen. Auch die falsche und zu intensive Nutzung durch die Landwirtschaft lässt das Bodenleben verenden. Dabei ist Humus die Grundlage für Bodenf rucht-barkeit, Nährstoffversorger, Was-serspeicher und vieles mehr — kurzum: die Basis unseres Lebens. Deswegen setzt sich die BioHöfe Stiftung für neue Ideen zu dessen Erhalt ein, dem sich viele Maß-nahmen unter dem Begriff regenerative Landwirtschaft widmen. Auf der BIOFACH 2020 richteten die BioBoden Genossenschaft und die BioHöfe Stiftung gemein-sam mit der Bioland Stiftung eine Veranstaltung zu diesem Thema aus. Dort stellten BioBoden und die BioHöfe Stiftung eine Idee vor: Seit 2019 unterstützt unsere Stiftung ein Forschungsprojekt, das durch Blattdüngung die Ernährung von Bodenlebewesen durch die Pflanze verbessern soll.
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Die Pflanze als Erzeugerin der Bodenfruchtbarkeit
Hier wird die Idee im Video erklärt
Assimilatesteigerungsversuch
Aufgeben gilt nicht
Vielleicht erinnert sich der eine oder die andere noch an unser keines Forschungsvorhaben für mehr Bodenfruchtbarkeit: Wir als Stiftung hatten 2021 gemeinsam mit weiteren Partnern eine Versuchsreihe in Auftrag gegeben, in der untersucht werden sollte, ob Blattdüngung zu einer höheren Bodenfruchtbarkeit beitragen kann. Um es kurz zu machen: Obwohl der Anfang positiv gestimmt hatte, brachten die Feldversuche 2022 keine entsprechenden Ergebnisse. Aber deswegen haben wir die Flinte noch längst nicht ins Korn geworfen, vielmehr hat uns dies angespornt. Denn in jedem Fehlschlag steckt schließlich auch eine Chance.
Also geht es nun bis Ende März 2025 weiter und wir hoffen, dass das jetzige Jahr und 2024 zu ermutigenden Ergebnissen führen werden. So ist eine Vermutung, dass die Trockenheit im Jahr 2022 maßgeblichen Anteil an den so nicht erwarteten Ergebnissen hatte. Folglich können wir wegen des etwas nasseren Jahrs 2023 auf bessere Resultate hoffen und diese dann hoffentlich ein Jahr später verifizieren. So schnell lassen wir uns nicht unterkriegen, schließlich wäre ein positives Ergebnis ein echter Durchbruch. Ist das nicht der Fall, haben wir aber auch ein Fazit — wenn auch nicht das, was wir uns versprochen hatten. Wir drücken uns alle selbst ein wenig die Daumen.
Forschungsprojekt für mehr Bodenfruchtbarkeit
„Versuch macht kluch“, kalauert man gerne. Und derzeit ist der saloppe Spruch im Rahmen eines Forschungsprojekts auch das Motto der BioHöfe Stiftung, die sich laut Satzung schließlich u.a. der Förderung von Wissenschaft und Forschung verschrieben hat. Es geht um folgendes: Der Verein „Vereinigung Deutscher Wissenschaftler“, der sich für Verantwortung und Nachhaltigkeit in der Wissenschaft einsetzt, hat in einer Metastudie die These aufgestellt, dass Blattdüngung noch mehr zur Bodenfruchtbarkeit beitragen kann als bisher angenommen. Die BioHöfe Stiftung hat nun eine eigene Versuchsreihe in Auftrag gegeben, die BioBoden Genossenschaft hat bei der Finanzierung mitgeholfen.
Die Grundlage für das Forschungsprojekt ist das Geheimnis allen Lebens: Bei der Photosynthese wandelt die Pflanze CO2 in sogenannte Assimilate um, vor allem in Glucose. Diese Assimilate speichert die Pflanze nicht nur in ihrem Gewebe, sondern auch maßgeblich im Boden, wo der Zucker wichtige Mineralien aufbricht, die so erst mit Wasser von der Pflanze aufgenommen werden können. Die These für den Versuch laut Metastudie: Dieser natürliche Prozess kann durch gezielte Blattdüngung verbessert werden – was nicht nur einen höheren Ertrag, sondern auch ein besseres Bodenleben bewirken könnte und ein – wenn auch nur sehr kleiner – Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel bedeuten würde, schließlich ist Kohlenstoff der Hauptbestandteil von Zucker.
Die Anordnung hat mit einem ersten Topfversuch begonnen. Und immerhin: Der bisherige Verlauf lässt auf ein positives Ergebnis hoffen. Bleibt es dabei, geht es weiter mit „Versuch macht kluch“.
Studie zum Pestizideinsatz
Abgabe auf Pestizide halbiert ihren Einsatz
Gemeinsam mit der GLS Bank, BioBoden und elf NGPs wie Greenpeace und WWF haben wir eine Studie zu Pestizidabgabe unterstützt.
Es ist hinlänglich bekannt: Pestizide verunreinigen unsere Umwelt und lassen Insekten und Bienen sterben. 290 verschiede Giftstoffe nutzen Landwirt*innen hierzulande. Und obwohl die EU-Kommission laut eines Entwurfs die Menge dieser toxischen Stoffe bis 2030 europaweit halbieren will, ist die deutsche Politik bislang untätig geblieben.
Wie dieses Ziel mithilfe einer Pestizidabgabe erreicht werden kann, hat nun eine neue Studie vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) gezeigt, die von der GLS Bank, elf NGOs wie Greenpeace und WWF, aber auch von BioBoden in Auftrag gegeben worden war. Das Ergebnis:
Eine mögliche Abgabe auf die Giftstoffe muss die Menge und die Toxizität der einzelnen Spritzmittel berücksichtigen. Eine reine Mengenabgabe würde den Anreiz für konventionelle Landwirt*innen erhöhen, auf Pestizide umzuschwenken, von denen sie weniger verwenden würden — die aber deutlich giftiger wären.
Für die Studie haben die Wissenschaftler*innen verschiedene Abgabemodelle und Erfahrungen aus anderen Ländern analysiert. Es gibt also keine Ausreden mehr: Wenn der Bundesregierung etwas an der biologischen Vielfalt und gesunden Böden liegt, sollte sie die Pestizidabgabe einführen. Die gesamte Studie gibt es hier:
Saatgutfonds
Für den ökologischen Anbau werden robuste Pflanzen benötigt, die stabile Erträge mit sehr guter Qualität liefern. Da ökologisch gezüchtetes Saatgut samenfest (das heißt nachbaufähig) ist, kann die daraus entstehende Saat auch im nächsten Jahr wieder ausgesät werden. Das stärkt die Unabhängigkeit des Biolandbaus von monopolartig agierenden Saatgutkonzernen. Die BioHöfe Stiftung unterstützte die Saatgutzucht 2019 durch eine Zuwendung an den Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft.